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Euthanasie – das doppelte Versagen der Justiz

Dienstag, 26 November, 2019 - 19:30

Es ist eines der großen Verbrechen der NS-Diktatur: die Tötung zigtausender kranker, behinderter oder einfach missliebiger Menschen im Rahmen der sog. T4-Aktion und weiterer Vernichtungsmaßnahmen. Dieses Unrecht beschäftigt derzeit den Erlanger Hochschullehrer Prof. Christoph Safferling. Am Dienstag, 26. November, 19.30 Uhr, stellt er auf Einladung der Volkshochschule im Wildenstein`schen Palais (Friedrichstraße 19) aktuelle Ergebnisse seiner Forschungsarbeit vor.

Im Fokus des Strafrechtlers stehen dabei zwei Fragen: Wie kam es, dass die selbst nach damaliger Gesetzeslage rechtswidrigen Tötungen vom Justizapparat gebilligt und vollzogen wurden? Und warum wurden die Verbrechen, denen allein in Erlangen etwa 1.500 Menschen zum Opfer fielen, die sich in medizinischer Obhut wähnen durften, in der Bundesrepublik lange Zeit nicht verfolgt? Safferling spricht von einem doppelten Versagen der beteiligten Justizorgane – vor und nach 1945. Und von einem neuerlichen Skandal bei der Aufarbeitung schwieriger deutscher Geschichte.

Diese Veranstaltung wird vom Aktionsbündnis „Gedenken gestalten – HuPfla erhalten“ unterstützt.