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Pressemitteilung vom Bund für Geistesfreiheit Bayern K.d.ö.R.

Zuletzt aktualisiert von Poldi am 7. Juli 2020 - 21:08
Preisübergabe des Ludwig-Feuerbach-Schülerpreises an die Gewinnerin Hannin El-Qarm vom Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Schweinfurt. vl Erwin Schmid, Vorsitzender des BfG Bayern, die Preisträgerin Hannin El-Qarm und Wolfgang Günther vom bfg- Schweinfurt

Ludwig-Feuerbach-Schülerpreis-2020 des Bundes für Geistesfreiheit Bayern

geht an Hannin El-Qarm vom Alexander von Humboldt-Gymnasium in Schweinfurt für ihre Arbeit „Der Sinn des Lebens“

Der Philosoph Ludwig Feuerbach (1804 – 1872) forderte bereits zu seinen Lebzeiten seine Zeitgenossen zum logischen und kritischen Denken bezüglich ihrer religiösen Vorstellungen auf. Provokant war insbesondere seine weltanschauliche Position, wonach er den monotheistischen Gott als ein vom Menschen selbst entworfenes Wesen begriff. Der Mensch benötige dies als Projektionspunkt seiner eigenen Nöte, Ideale und für seine Suche nach Glück. In der aufgeklärten Welt habe er dieses Stadium jedoch überwunden.

Der Bund für Geistesfreiheit hat die Thesen Feuerbachs aufgenommen und versucht, diese für unsere Zeit weiter zu entwickeln. In diese humanistische Arbeit hat der Bund für Geistesfreiheit Bayern den Ludwig Feuerbach Schülerpreis für den Ethikunterricht unter dem Motto SELBER DENKEN MACHT SCHLAU eingebracht und 2019 bayernweit an den Schulen ausgeschrieben. Schülerinnen und Schüler sollten sich mit den Thesen Feuerbachs auseinander setzen und in einer eigenständigen Arbeit in einem selbst gewählten Thema fortentwickeln.

Viele eingesandte Arbeiten zeugen von einem guten Urteilsvermögen und vom selbständigen Denken der Schülerinnen und Schüler. Dies bekräftigte den Bund für Geistesfreiheit in seinem Bestreben, Ethikunterricht auf den Stundenplänen deutscher Schulen als Regelunterricht einzuführen.

Für den Bund für Geistesfreiheit war es aufwendig und schwierig, eine korrekte Bewertung der eingereichten Arbeiten durchzuführen und schließlich eine gerechte Reihenfolge zu bilden, da sich viele Arbeiten durch ein hohes Maß an selbstständigem Denken und eigenständiger Urteilskraft auszeichneten. So kann der Bund für Geistesfreiheit allen teilnehmenden Schülerinnen und Schülern für ihre Leistungen auf diesem Niveau nur gratulieren.

Der 1. Platz beim Ludwig Feuerbach Schülerpreis mit 500 Euro wurde einstimmig vergeben an Hannin El-Qarm vom Alexander von Humboldt Gymnasium in Schweinfurt. Der Titel, ihrer elementare Fragen aufwerfenden Arbeit, lautet „Der Sinn des Lebens“.

Die Würdigung und Übergabe dieses mit 500 € dotierten Preises erfolgte anfangs dieser Woche (am 29.06.2020) ohne ein größeres Publikum, da die Umstände des Lebens unter Corona-Bedingungen dies erforderten. Herr Alfen, der Direktor des Alexander von Humboldt-Gymnasium in Schweinfurt begrüßte den Vorsitzenden des Bundes für Geistesfreiheit Bayern, Herrn Erwin Schmid, der extra für diese Preisübergabe aus Regensburg angereist war sowie Herrn Wolfgang Günther und Herrn Günter Weis vom Bund für Geistesfreiheit Schweinfurt.

Erwin Schmid würdigte die Arbeit der erst 14 Jahre alten Preisträgerin Hannin El-Qarm. Sie behandelt das Thema „Der Sinn des Lebens“ undogmatisch und ergebnisoffen. Sie sei im besten Sinn eine Suchende. Gemessen an ihrem Alter habe sie ihre Gedanken gut strukturiert. Neben dem Geldpreis von 500 Euro überreichte er auch das Buch „Der zitable Atheist“. Herr Wolfgang Günther, stellvertretenden Vorsitzender vom Bund für Geistesfreiheit Schweinfurt überreichte einen Blumenstrauß und das Buch von Prof. Dr. Wetz „Exzesse: wer tanzt, tötet nicht“.

Herzlich dankte Herr Erwin Schmid, Vorsitzender des Bundes für Geistesfreiheit Bayern, Herrn Alfen, dem Direktor des Gymnasiums für seine Gastfreundschaft und Herrn Dr. Holzamer, den anwesenden Ethiklehrer für seinen kompetenten Ethikunterricht und die Bekanntmachung der Ausschreibung.

Ebenso dankte er Frank Riegler, den stellvertretenden Vorsitzenden vom Bund für Geistesfreiheit Bayern, der leider wegen einer Autopanne verhindert war, für seine konstruktive Mitwirkung bei der Auswahl der Preisträger und Herbert Wiener, Wolfgang Günther und Günter Weis vom Bund für Geistesfreiheit Schweinfurt für ihr vorbildliches Engagement.

Der 2. Platz des Ludwig-Feuerbach-Schülerpreises mit 300 Euro ging ebenfalls einstimmig an Gabriel Mock vom Gymnasium Ergolding für seine Arbeit mit dem Titel „Gott ist dem Menschen ein Tier*: Eine knappe Religionskritik“

Aufgrund der hohen Qualität der eingereichten Arbeiten wurde schließlich von der Ausschreibung abgewichen und der 3. Platz, dotiert mit je 200 € gleich drei Mal vergeben.

Die Preisträger sind in alphabetischer Reihenfolge:

  • Akuol Maziarz vom Anton Bruckner Gymnasium in Straubing für ihre Arbeit „Der Egoismus des Gutseins“

  • Lorenz Hamann vom Oskar-von-Miller-Gymnasium in München für seine Arbeit „Die moderne Gesellschaft und ihre Auswirkungen“

  • Lukas Brandhofer vom Gymnasium in Bad Tölz für seine Arbeit „Essay Religionen“

Der Bund für Geistesfreiheit bedankt sich sehr herzlich für die eingereichten Arbeiten und wünscht allen dem Motto „SELBER DENKEN MACHT SCHLAU“ verbundenen Schülerinnen und Schülern, sowie allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, unabhängig von religiösen oder anderen Dogmen, auch zukünftig viel Freude am Gewinnen von eigenständigen geistigen Erkenntnissen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Erwin Schmid - vorsitzender@bfg-bayern.de

Bund für Geistesfreiheit (bfg) Bayern K.d.ö.R. Hemauerstr. 15 93047 Regensburg