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Mina Ahadi : Ich kritisiere die Aktion von EMMA!

Zuletzt aktualisiert von Poldi am 7. März 2015 - 16:12

Die Zeitschrift EMMA hat in ihrer Ausgabe März/April 2015 unter dem Banner "Wir wollen einen aufgeklärten, modernen Islam" laut ihrer Website einige der "aufgeklärten, demokratischen Zuwanderer aus muslimischen Ländern und ihre Kinder, die meist hier geboren sind" abgebildet und interviewt.
Ich, Mina Ahadi, bin ebenfalls von EMMA zu dieser Aktion eingeladen worden, habe aber nicht daran teilgenommen. Ich habe mit Hilfe von einigen Freunden 2007 die Kampagne "Wir haben abgeschworen"
gestartet, welche die Öffentlichkeit und vor allem der deutschen Regierung zeigte, dass nicht alle als Muslim bestempelten Menschen in Deutschland "Muslime" sind.
Ich kritisiere diese Aktion von EMMA und finde sie bedauerlich!
In Deutschland wurden mit dieser Aktion Intellektuelle, Atheisten und Feministinnen genau in die Falle gelockt, wo sie die islamische Bewegung schon seit 40 Jahren haben will. Hier werden also säkulare Menschen, Intellektuelle, Atheisten und Feministinnen als für einen Islam plädierend dargestellt, welcher pflegeleichter daherkommen und besser aussehen soll. Nach dem Moto "Sie appellieren in EMMA für einen modernen Islam!"

Diese Darstellung ist die fatale Tatsache an dieser Aktion von EMMA. Alsob alle Personen, die an dieser Aktion teilgenommen haben, sich um einen irgendwie schöneres Erscheinen des Islams Sorgen machen und daher auf einmal einen "aufgeklärten, modernen Islam" in Deutschland haben wollen.
Dabei ist es wichtig, dass wir für die universellen Menschenrechte für alle - ob Muslime oder nicht Muslime - eintreten und dass Religionen samt ihren Herrschaftsansprüchen dementsprechend in ihre Schranken gewiesen werden müssen.
Wir befinden uns im Jahre 2015 und haben auf der Welt mit einer barbarischen, frauenfeindlichen und reaktionären Bewegung zu tun,welche versucht, hier in Deutschland und Europa auch Fuß zu fassen.
In Deutschland hat die offizielle Politik mit den reaktionären islamischen Organisationen zusammen gearbeitet und um ihnen die notwendige Anerkennung zu ermöglichen, hat die Regierung alle 5 Millionen Geflüchteten und Gastarbeiter aus den so genannten "islamischen" Ländern, sowie deren Nachkommen mit einem Stempel versehen: Muslime.
Mit diesem Trick wurde erfolgreich Politik gemacht und Islamisten und deren Organisationen haben dadurch in Deutschland sehr viel an Einfluss und Macht dazu gewonnen. Leider beteiligt sich EMMA mit ihrer jetzigen Aktion an diesem Spiel.
Die meisten der säkularen Menschen, Atheisten und Islamkritiker sind der Meinung, dass die Islamisten und deren Verbände zu einer reaktionären und frauenfeindlichen Bewegung gehören.
Jene 5 Millionen - in dessen Namen die islamischen Organisationen vorgeben zu sprechen – sind erstmal Menschen, deren Hauptidentität Menschsein ist und nicht eine irgendwie übergestülpte Religionszugehörigkeit.
Die Frage ist, ob wir gegen die islamische Barbarei und den Islamismus etwas unternehmen möchten? Und zwar wir alle, und nicht nur die Muslime oder irgendwie zurechtdefinierte Kultur-Muslime oder Reformisten bzw. moderate Muslime!
In erster Linie haben wir es mit einer politischen Bewegung zu tun, und man muss gegen Terror, Frauenrechtsverletzung, Mord, Hinrichtung und Steinigung aktiv werden, also zum Beispiel auf die Straße gehen, laut sein, und nicht Ignoranz zeigen.
Am IS und den islamischen Regierungen wie im Iran und Saudi-Arabien gibt es nichts zu reformieren oder irgendwie humaner zu interpretieren. Kann man sich eine "humanere" Steinigung oder "humanere" Frauenrechtsverletzung vorstellen? Sicherlich nicht.
Wer uns einen irgendwie humaneren Islam verkaufen will, will in Wirklichkeit nicht, dass ernsthaft gegen die islamische Barbarei gekämpft wird, sondern versucht, den Koran umzudeuten, ihn "besser zu verstehen", den Islam besser darzustellen und letzten Endes den Islam zu retten.
Einige Teilnehmer an der EMMA-Aktion sehen sich durchaus als politisch links und haben sich sogar mit dem Islam oder aus ihrer Sicht reformierten Islam, bestens arrangiert. Aber sogar sie haben wegen der kleinsten Kritik am Islam Morddrohungen erhalten.
In der medialen Präsenz des IS können Leute wie Mouhanad Khorschidi oder Navid Kermani sich als die besseren Muslime verkaufen. Ich denke auch, dass andere Teilnehmer, wie zum Beispiel Shahin Najafi oder Jasmin Tabatabai, vielleicht nicht genau gewusst haben, was für eine Aktion die Zeitschrift EMMA hier starten wollte. Zum Beispiel wird zu dieser Aktion auf der Website der EMMA Jasmin Tabatabai mit den Worten zitiert: „Ich verstehe mich nicht als Muslimin. Ich habe mich nie über eine Religion definiert." Das ist eine klare Ansage, trotzdem wirbt die EMMA auch mit ihrem Foto für das Projekt, den Islam als eine reformierbare, aufklärungsfähige Religion darstellen lassen zu wollen.
Ich bin gegen diese Aktion. Nicht deswegen, weil Menschen mit einem Hintergrund aus islamischen Ländern oder islamisierten Ländern daran beteiligt sind und kritisieren, was jetzt in Iran oder Afghanistan, Irak und auch in Deutschland los ist, nein, sondern deswegen, weil die Richtung der Aktion von EMMA falsch ist.
Europa hat eine lange Geschichte vom Kampf gegen und Kritik an Religionen, sowie mit dem durch Religionen verursachten politischem Elend. Wie kann man hier so eine - aus meiner Sicht rückständige Aktion - mit so einem Konzept - wie jetzt EMMA sich ausgedacht hat - starten und behaupten, gegen Islamismus kämpfen zu wollen.
Wem nach all dem nur noch die Option einzufallen scheint, für einen kuscheligeren Islam zu werben, erntet zurecht von den als Muslime bezeichneten, von den Nicht-Muslimen und von den Menschen in den Todeszellen islamischer Kerker nur noch ein bitteres Lachen. Ich vermisse da die Kritik von Nietzsche und Marx.
Wo sind wir nur gelandet?

Mina Ahadi
ID Gmail: minaahadi26@gmail.com
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Tel:0049 (0) 1775692413
(02.03.2015)