Sprecher: Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer, wir begrüßen Sie zur dieser Sendung des Bundes für Geistesfreiheit Bayern, kurz bfg. Wenn Sie mehr über den bfg, seine Grundsätze und Aktivitäten wissen wollen, wenden Sie sich bitte an die Anschrift, die wir Ihnen am Ende dieser Sendung mitteilen. Sprecherin: Die
Europäische Humanistische Föderation (EHF) Die Europäische Humanistische Föderation - kurz EHF -
wurde im Juli 1991 in Prag gegründet und hat ihren Sitz in Belgien. Sie
ist ein gemeinnütziger Dachverband. Ihr gehören unterschiedliche europäische
humanistische Organisationen an – Verbände, Vereine, Verlage u.v.m.
Mitglieder sind z.B. der Dachverband freier Weltanschauungsgemeinschaften
(DFW), der Bund freireligiöser Gemeinden Deutschlands (BFGD) und der
Humanistische Verband Deutschlands (HVD). Egal, ob traditionell oder neu
gegründet, groß oder klein, eines haben die Mitgliedsorganisationen
gemeinsam: Sie setzen sich ein für die Säkularisierung der Gesellschaft.
Die Gesamtzahl der Mitglieder innerhalb der Vereinigungen
der EHF in den verschiedenen Ländern Europas liegt bei mehreren Millionen
Personen. Die EHF wird von einem Verwaltungsrat geleitet, der durch
die Mitgliedervollversammlung auf drei Jahre gewählt wird.
Die wichtigsten Ziele der EHF sind: ·
Vertretung der Mitgliedsorganisationen in den europäischen
Institutionen ·
Förderung der Grundsätze des Humanismus und der Säkularisierung der
Gesellschaft ·
Entwickeln humanistischer Stellungnahmen zu verschiedenen Themen (z.B.
Menschenrechte, Ethik, Zusammenarbeit in Entwicklungsfragen, demokratische
Grundsätze, Staatsbürgerschaft, Trennung von Kirche und Staat) ·
Organisieren internationaler Seminare und Konferenzen in enger
Zusammenarbeit mit der Europäischen Union Die EHF ist der
humanistische Ansprechpartner der sog. „Cellule de Prospective“
der Europäischen Kommission. Der Dialog mit den Kirchen und
Religionsgemeinschaften ist eine ihrer Aufgaben. Die EHF ist auch Gründungsmitglied der Initiative „Eine
Seele für Europa“, die sich ebenfalls für den Dialog der Religionen
und Weltanschauungen einsetzt. Die EHF war Mitglied der „Beratergruppe für ethische
Fragen in der Biotechnologie“ der Europäischen Kommission (GAEIB). Auch
an der Ausarbeitung einer Charta der Grundrechte der Europäischen Union
im Jahre 2000 war die EHF beteiligt. Weitere Informationen finden sich im Internet unter: www.humanism.be.
Sprecher: Zentralrat
der Ex-Muslime Wie wir in unserer Sendung vom 1.
April berichtet haben, wurde Anfang dieses Jahres in Köln der
„Zentralrat der Ex-Muslime“ gegründet. Es handelt sich um eine
Vereinigung von religionsfreien, säkular denkenden Menschen, die entweder
muslimischen Glaubens waren oder aber aus einem muslimisch geprägten
Herkunftsland stammen. Inzwischen sind auch in anderen
europäischen Ländern mit nennenswerter muslimischer Minderheit ähnliche
Organisationen entstanden. So gibt es seit Mai das „Centraal Comité
voor ex-moslims“ in den Niederlanden. Ebenfalls im Mai wurde der „Centralrådet
ex-muslimer i Skandinavien“ in Stockholm gegründet. Seine Mitglieder
stammen aus Schweden, Dänemark, Norwegen und Finnland. Last not least gibt es seit Juni nun auch in
Großbritannien einen „Council of ex-Muslims of Britain“. Die Ziele sind mit denen des deutschen Zentralrats vergleichbar, etwa die
Forderung, den Einfluss des politischen Islams zurückzudrängen. Der Zentralrat der Ex-Muslime in
Deutschland zeigt sich erfreut darüber, „dass in so kurzer Zeit
islamkritische und -geschädigte Migranten aus arabischen Ländern, der Türkei
und dem Iran seinem Beispiel folgen und sich nun auch in anderen Teilen
der Welt öffentlichkeitswirksam organisieren." Der Vorstand des
deutschen ZdE betrachtet diese Entwicklung als ermutigendes Zeichen für
die Herausbildung einer internationalen, islamkritischen Aufklärungsbewegung. Sprecherin: Robert
Blum Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften - kurz
DFW - gedenkt in diesem Jahr
des vor 200 Jahren geborenen Freigeists Robert Blum. Robert Blum war
deutscher Politiker der Märzrevolution, Demokrat, Freireligiöser und der
Abgeordneter der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche. Er
wurde 1848 standrechtlich erschossen. Im März 1845 fand unter der Führung Blums das erste
deutsch-katholische Konzil in Leipzig statt, das den Beginn der freireligiösen
Bewegung darstellt. 1846 wurde Blum Stadtverordneter in Leipzig. Zwickau
delegierte ihn 1848 ins Frankfurter Vorparlament, wo er zu einem der
Vizepräsidenten und in den Fünfzigerausschuss gewählt wurde. Er führte
die radikalliberale Fraktion an, die das Prinzip der Volkssouveränität
vertrat. Während der Wiener Oktoberrevolution trat Blum im Wiener
Gemeinderat, im Reichstagsausschuss und im Studentenausschuss auf, wo er
am 23. Oktober eine vielbeachtete Rede über die auf Freiheit basierende
Ordnung hielt. Dann nahm Blum als Kommandeur der ersten Kompanie an der
militärischen Verteidigung des revolutionären Wien teil. Am 4. November
wurde Blum verhaftet. Unter Missachtung seiner Abgeordnetenimmunität
wurde er am 9. November exekutiert. Sein Tod unterstreicht die
Machtlosigkeit der Frankfurter Nationalversammlung und der jungen
Demokratiebewegung in Deutschland. Sie macht ihn zum Symbol der
gescheiterten Märzrevolution. Für die Demokratie und die freigeistige
Bewegung in Deutschland wird er zu einer ihrer Gründer und Leitfiguren,
ja zu einem Märtyrer. Der DFW und seine Mitgliedsverbände werden dem standhaften
Demokraten, Freiheitskämpfer, Revolutionär und Freireligiösen Robert
Blum gedenken. Am 23. September 2007 gibt es in Berlin in der
Theaterkapelle in der Boxhagener Straße eine zentrale Festveranstaltung.
Das „Robert-Blum-Kollegium“ unter der Leitung von Kirsten Reuther wird
mit Schauspiel und Musik die festliche Veranstaltung gestalten. Beim
Termin um 10:00 Uhr ist die Teilnahme nur auf Einladung möglich. Eine
weitere Vorstellung findet um 15:00 Uhr statt. Am 22. September, von 15.00 – 18.00 Uhr, wird eine
begleitende wissenschaftliche Tagung des DFW zum Thema „Robert Blum –
Demokrat, Revolutionär und Freigeist“ ebenfalls in Berlin, Prenzlauer
Allee 80 durchgeführt. Anmeldungen zu den Veranstaltungen sind möglich bei der
Freireligiösen Gemeinde Berlin, telefonisch unter: 030 /44 04 80 00 oder
per Email unter: post@freigeistig-berlin.de.
Sprecher: Heiligenquartett
Liebe Hörerinnen und Hörer, haben Sie schon mal Quartett
gespielt? Haben Sie vielleicht versucht, beim Autoquartett mit Hubraum,
Gewicht oder Pferdestärken zu punkten? Falls Ihnen so was Spaß macht,
gibt es jetzt eine neue Möglichkeit. Das Kolpingwerk in Fulda hat ein
Heiligenquartett herausgebracht. Die 32 Spielkarten werden dabei in 8
Themengebiete aufgeteilt: Apostel, Berühmte Volksheilige, Märtyrer,
Missionare, Kirchenlehrer, Moderne Heilige, Ordensgründer und Selige. Vertreten sind nicht nur Klassiker wie Petrus und Paulus
oder die Lieblingsheiligen der Kinder: Sankt Nikolaus und Sankt Martin.
Auch Hildegard von Bingen, Papst Johannes Paul II und Mutter Teresa finden
sich im Spiel. Punkten kann man in verschiedenen Kategorien wie dem
Geburtsdatum, der Entfernung des Grabes von Rom oder der Anzahl der ausgeübten
Berufe. Aber eine Kategorie liegt den Machern des Quartetts wohl besonders
am Herzen, zumindest wird sie in der Werbung hervorgehoben: Der sogenannte
Todesfaktor. Dieser bewertet von 1 bis 10 Punkten die Art und Weise des
Sterbens der Heiligen. Dorothea, die im Jahr 305 grausam gefoltert und
hingerichtet wurde, erhält 10 Punkte. Nur auf 9 Punkte bringt es dagegen
Oliver Plunkett, den man 1681 vierteilte. Eine Kategorie fehlt allerdings in dem Spiel, nämlich die
Anzahl an Personen, die ein Heiliger getötet hat. Damit könnte man doch
auch schön punkten! Aber bei einer Zahl von gerade mal 32 Personen, die
im Quartett auftauchen, wurden die problematischen Heiligen nicht berücksichtigt.
Die Auswahl war aber auch groß: Allein während des Pontifikats von
Johannes Paul II. wurden 482 Personen heiliggesprochen. Sprecherin: Thailands Königin Sirikit für Trennung von
Religion und Politik Laut einer Meldung von idea hat Königin Sirikit von
Thailand eine klare Trennung von Religion und Politik in ihrem Land
gefordert. Der Buddhismus, dem 95 Prozent der thailändischen Bürger
angehören, sollte nicht als Staatsreligion in der Verfassung verankert
werden, sagte sie in einem Interview aus Anlass ihres 75. Geburtstags am
12. August. Über die Rolle der Religion in der neuen Verfassung
Thailands war zuletzt heftig gestritten worden. Buddhistische Mönche
traten in den Hungerstreik, um den Buddhismus als Staatsreligion zu
verankern. Ende Juni hatte die verfassungsgebende Versammlung einen
solchen Vorschlag allerdings mit großer Mehrheit abgelehnt. Wie in früheren Verfassungen soll der König als
"Schirmherr aller Religionen" bezeichnet werden. Die Bürger des
Landes, dessen südliche Grenzprovinzen von einer muslimisch inspirierten
Rebellion erschüttert werden, sollen heute über die neue Verfassung
abstimmen. Sprecher: Keine religiösen Slogans auf dem Fußballplatz
Der Weltfußballverband FIFA hat ein Regelwerk, an das sich
Spieler und Vereine halten müssen. Die Regel 4 (Ausrüstung der Spieler)
besagt seit dem Jahr 2002, dass „Spieler keine Unterleibchen mit Slogans
oder Werbeaufschriften zur Schau tragen dürfen“. Diese Regel wurde
jetzt durch einen Zusatz ergänzt. Spieler dürfen keine T-Shirts oder
andere Bekleidung tragen, die „politische, religiöse sowie persönliche
Schriftzüge“ beinhaltet. Eine Missachtung dieser Regel wird mit einer
Strafe für Spieler und Verein geahndet. Probleme hat die FIFA v.a. mit religiösen Äußerungen. So
ist der Bundesliga-Fußballer Cacau wiederholt mit T-Shirts mit der
Aufschrift „Jesus liebt Dich“ aufgefallen. Wie hätte er wohl
reagiert, wenn ein anderer Spieler einen Aufdruck „Es gibt nur einen
Gott und sein Name ist Allah“ tragen würde? Ob ihm Werbung für das
Fliegende Spaghetti-Monster oder das unsichtbare lilafarbene Einhorn
gefallen hätte? Aus Respekt vor anderen Glaubensrichtungen hat die FIFA
jetzt religiöse Botschaften auf dem Fußballplatz untersagt. „Was dem
einen lieb und teuer ist, ist für den anderen eine Provokation",
erklärte FIFA-Pressesprecher Andreas Herren. „Diese Regelung ist der
einfachste Weg, Problemen im Fußball vorzubeugen." Sprecherin: Unsere nächste Sendung wird am 30. September ausgestrahlt.
Die Texte dieser Sendung erhalten Sie gegen Erstattung des Portos bei: bfg
Bayern, Postfach, 90730 Fürth. Texte: Monika Hendlmeier, Dr. Volker Mueller SprecherInnen: Dr. Kerstin Pschibl, Kurt Raster
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