Religionsfreie Zone Regensburg am 10.09.2006

auf dem Haidplatz 14.00 – 20.00 Uhr

Auf dem Haidplatz war buchstäblich die Hölle los! Alles, was unfromm, ketzerisch, religionskritisch, atheistisch oder einfach nur neugierig war, versammelte sich auf dem Haidplatz im Zentrum Regensburgs. Es war ein höllisch gutes Spätsommerwetter. Die zahlreichen Besucher  konnten an Biertischen sitzen und leisteten sich das himmlische Vergnügen (ganz ohne Götter) guter Rockmusik, Theaterdarbietungen und Vorträgen. Oder war es vielleicht doch mehr ein Heidenspaß? Der bfg und zahlreiche andere Gruppen hatten Infostände aufgebaut, die reges Interesse fanden. Die Süddeutsche Zeitung berichtete am 12.9.06.

 

Zum Auftakt spielte die Rockkabarett-Gruppe Radix und machte das Publikum schon mal etwas locker. 

Die Begrüßungsrede hielt Erwin Schmidt, der Vorsitzende 
des bfg Regensburg. Er stellte den bfg vor.                        

Der Landesvorsitzende des bfg Bayern Dietmar Michalke erklärte in seiner Rede, wie man eigentlich Konfessionsloser oder gar Atheist wird, dass die Religionszugehörigkeit eine Frage der Geografie ist und warum die Mächtigen der Welt schon immer die Religion zum Erhalt ihrer Macht brauchten. Sein Fazit: Wir brauchen keine geistige Zwangsjacke! 

Während dessen gab es einige heftige Wortwechsel. Ein Staatsanwalt und Polizisten konfiszierten zwei Bilder des Künstlers Frank Scholz. Er stellt den Papst gerne mal als Osterhasen dar und bereichert das Bild auch noch durch
 nackte Hinterteile. Das war offenbar zuviel Satire.
Urteilen Sie selbst! Die Zeitung JUNGE WELT 
berichtete über den Vorfall
.                                

Das ue-Theater gab Einblicke, wie es in der Hölle zugeht. Hier bittet Karl der Große, dem der Himmel zu langweilig geworden ist, um einen Platz in der Hölle. Luzifer lehnt den Sachsenschlächter wegen dessen zu großer Grausamkeit ab.

Zur Verwunderung des Teufel schickt Gott eine Nonne in 
die Hölle. Sie war stets keusch, widmete ihr ganzes Leben
Jesus und der Kirche. Ein Irrtum? Ein Telefonanruf in den
Himmel schafft Klarheit: Sie nannte ihre Mitschwester eine
"blöde Gans". Und auf Fluchen steht nun einmal die Hölle!
So steht es in der Bibel.   
                                                

Natürlich gehört die gerade verstorbene Atheistin in die Hölle. Aber sie fragt den Teufel, warum ein allmächtiger Gott ihn eigentlich zulässt. Na klar, damit er die Dreckarbeit für Gott macht. Sie überzeugt damit Luzifer, seinen Laden dicht zu machen.

Sepp Obermeier, Landessprecher der Linkspartei Bayern
 und Freidenker, widmete seine Rede der unrühmlichen, 
ja teilweise schändlichen Geschichte der Kirche. Es gab 
kaum eine faschistische Regierung, die nicht von der kath. 
Kirche unterstützt wurde.

Ingrid Donhauser, Frauenbeauftragte des bfg Bayern, erzählte in ihrem Märchen, wie die kleine Prinzessin den Großen Puppenspieler und seinen Spielleiter durchschaute und ihn los wurde und dass sich nicht jeder Frosch durch einen Kuss in einen Prinz verwandelt. 

Die Gruppe Pratapana spielte Independent Jazz Rock 
vom Feinsten

Monika Hendlmeier, stellvertretende Vorsitzende des bfg
Bayern, referierte über das Thema Frauen und Kirche. 

Dann gab's wieder Theater: das RESI-Kabarett. Der Herr links ist übrigens Zeus. Er beklagt sich bei der Interviewerin, dass seine Frau Hera immer so sehr aufpasst. Das erschwere es ihm, seinen Liebschaften nachzugehen. Wie sich doch die Götter der Menschen unterscheiden!

Der Vorsitzende des bfg Augsburg, Gerhard Rampp,  hielt 
einen Vortrag über Kirche und Finanzen. Trotz unermess-
lichen Reichtums lassen sich die Kirchen Jahr für Jahr mit 
ca 20 Mrd € vom Staat subventionieren. Mit den Kirchen-
steuern könnten sich Austrittswillige eine zusätzliche Alters- versorgung aufbauen.                                                         

Den Abschluss bildete wieder das Rockkabarett Radix: "Bet und arbeit ruft die Welt, bete kurz, denn Zeit ist Geld!" 

Diese Veranstaltung hat sicherlich viele Zuhörer überzeugt
 - aber offenbar nicht alle. 

Veranstalter: Bund für Geistesfreiheit (bfg), Der Leserbrief, Che Guevara Zentrum, WASG/Linkspartei.PDS, RESI, Frauenzentrum, SJD-Die Falken, Freidenker/innen Ulm/Neu-Ulm e.V. und andere.