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Der
Pressesprecher
Fürth, den 06.09.06 |
PRESSEMITTEILUNG
06.September 2006
Wer bezahlt den Papstbesuch in Bayern?
Natürlich
die katholische Kirche, der Vatikan und die Gläubigen. Dieser Überzeugung
sind die meisten Bundesbürger. Doch weit gefehlt! Der Löwenanteil der
Kosten wird auf die Steuerzahler abgewälzt.
Natürlich
haben wir nichts dagegen, wenn ein Religionsoberhaupt seine Schäfchen
besucht. Allerdings sollte diese Religionsgemeinschaft auch für die
entstehenden Kosten aufkommen und nicht die gesamte Gemeinschaft der
Steuerzahler, die nicht einmal zur Hälfte gläubig sind, wie eine Umfrage
ergab1.
Allein die
Sicherheit dieses einzelnen Mannes wird den Steuerzahler ca. 50 Millionen
Euro kosten, sagte der Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft Harald
Schneider auf einer Pressekonferenz2.
Im Gegensatz
zur Fußball-WM, bei der die FIFA für die Sicherheitsorganisation selbst
aufkommen musste, werden diese Kosten beim Papstbesuch dem Steuerzahler
(egal ob Katholik, Protestant, Moslem oder Konfessionsfreier) abverlangt.
Offizielle
Zahlen zum Papstbesuch in Bayern sind schwer zu bekommen, so bleibt nur
ein Vergleich zum Weltjugendtag in Köln. Obwohl der Vergleich hinkt: Der
Papstbesuch in Bayern dauert fast doppelt so lange wie der Weltjugendtag
und er findet in 3 Städten statt. Der Papstbesuch zum WJT in Köln
kostete ca. 122 Millionen Euro3. Die Kosten für den
Papstbesuch werden sich in einem ähnlichen Rahmen bewegen.
Die
volkswirtschaftlichen Einbußen des Papstbesuches sind kaum zu erfassen.
So können Pendler im Raum Regensburg ihren Arbeitsplatz nicht erreichen.
Alle Güterzüge auf der Strecke Frankfurt – Wien werden einen Tag lang
aufgehalten. S-Bahn-Linien und Nahverkehrszüge im Großraum München und
Regensburg werden umgeleitet, gesperrt oder nur im Einbahn-Verkehr
betrieben. Sogar die wichtige Autobahn A 3 bei Regensburg wird für einen
Tag gesperrt. Die dadurch entstehenden Ausfälle werden von den Firmen
sicherlich als steuermindernd geltend gemacht. Herr Ratzinger will in München
ausgerechnet am Samstag Nachmittag zur besten Geschäftszeit, auf dem
Marienplatz beten. Die Pilger werden die Münchner Innerstadt verstopfen
und potentielle Käufer abschrecken. Wer ersetzt den Münchner Geschäftsleuten
ihre Verluste? Das Rote Kreuz stellt für den Besuch 12 000 Helfer zur
Verfügung. Im Klinikum Regensburg ist für das Personal Urlaubssperre
angesagt und es wird extra ein VIP-Operationssaal vorgehalten. Von der
Stadt München sind 50 Personen für die Organisation des Papstbesuches
abgestellt, so müssen ja alle Gullydeckel vor dem Besuch zugeschweißt
und anschließend wieder geöffnet werden.
Alle
bayrischen Schüler, obwohl nur ca. jeder Zweite der römisch-katholischen
Kirche angehört, bekommen am 11. September einen Tag schulfrei. Dieser
eine schulfreie Tag, für den die Lehrer und Schulbeamte natürlich
bezahlt werden, kostet den Steuerzahler ca. 30 Millionen Euro.
Untergebracht
ist Herr Ratzinger in kirchlichen Einrichtungen, so dass auf den
Steuerzahler keine weiteren Kosten, außer den ca. 20 Milliarden Euro
Subventionen4 mit denen der Staat jährlich die Kirche unterstützt,
zukommen.
Der Bund für
Geistesfreiheit Bayern verurteilt diese Privilegierung der Katholischen
Kirche durch den Staat und fordert, dass kirchliche Veranstaltungen auch
von der Kirche selbst zu bezahlen sind.
1) GfK Marktforschung Nürnberg vom 30.08.06. Knapp
jeder 2. Deutsche bezeichnet sich als gläubig.
2) Mittelbayrische Zeitung vom 01.02.06
3) Quelle KANN (Katholische Nachrichten Agentur)
4) Carsten Frerk: Finanzen und Vermögen der
Kirchen in Deutschland (Seite 136)
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