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Pressemitteilung
vom 13.07.2005 Zur sofortigen
Freigabe Sozialwissenschaftler:
"Kirchenquote" für Einrichtungen von Caritas und Diakonie liegt
bei 1,8 % Konfessionslosenverband
fordert Reduzierung des kirchlichen Anteils im Sozialsektor Der
Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten e.V. (IBKA) fordert
eine Neustrukturierung des sozialen Sektors. "Die Zahl der
Einrichtungen, die von kirchlichen Verbänden unterhalten werden, sollte
reduziert werden", meint der Vorsitzende Rudolf Ladwig. Soziale
Dienstleistungen müssten von gleichzeitigen religiösen Angeboten
entkoppelt werden, sofern sie sich an die Gesamtheit der Gesellschaft
richten. Der IBKA stützt seine Forderung nach einer
"organisatorischen Säkularisierung" sozialer Einrichtungen auf
eine vor kurzem veröffentlichte Studie von Carsten Frerk. Der
Sozialwissenschaftler hat errechnet, dass die "Kirchenquote" in
Einrichtungen von Caritas und Diakonie insgesamt bei 1,8% liegt. Das
bedeutet, dass nur 1,8% der Aufwendungen in diesem Bereich von den Kirchen
'zugeschossen' werden. 98% der Finanzierung dieser Einrichtungen werden,
so das Ergebnis der Studie, durch die Versicherungsträger,
Leistungsentgelte, staatliche Zuschüsse und Spenden aufgebracht. Angesichts dieser Zahl, so Ladwig, sei es an der
Zeit, soziale Dienstleistung und Religion auch institutionell zu trennen.
Hinsichtlich der Einstellung der Mitarbeiter und des Arbeitsalltages seien
ohnehin kaum noch Unterschiede zu säkularen Sozialeinrichtungen zu
erkennen. Da sich nun zeige, dass auch der finanzielle Beitrag der Kirchen
sehr gering sei, lasse sich eine kirchliche Trägerschaft und die damit
verbundenen arbeitsrechtlichen Sonderregelungen, die zu
Wettbewerbsverzerrungen führen, nicht länger rechtfertigen. "Die
Kirchen werden ja nicht aus dem sozialen Bereich verdrängt. Wo Bedarf an
einer sozialen Versorgung mit spezifisch religiösem Gesicht besteht,
werden die Einrichtungen weiterhin bestehen", geht Ladwig auf
entsprechende Befürchtungen ein. Aus einem Regelangebot für alle werde
ein Zusatzangebot für diejenigen, die es ausdrücklich wünschen. Die
Studie von Carsten Frerk ist auch als Buch erschienen: Caritas und
Diakonie in Deutschland, Aschaffenburg: Alibri Verlag 2005 (366 Seiten,
Euro 22,50, ISBN 3-86569-000-9). Dragan
Pavlovic (Pressesprecher) |