E r k l ä r u n g

 der „Säkularen Humanisten“ Neuburg und des „Bundes für Geistesfreiheit“ bfg

Neuburg – Ingolstadt

Anlässlich der Reaktionen in Deutschland, Europa und weltweit auf Karikaturen in zunächst dänischen Zeitungen, den Islam betreffend, erklären wir:

  1. Das Recht auf die freie Äußerung der eigenen Meinung zu gesellschaftlichen, politischen und religiösen bzw. weltanschaulichen Tatsachen und Ereignissen und deren Verbreitung in alle Medien ist für uns unantastbar, weil niemand unfehlbar ist. Dieses Recht wurde in den vergangenen Jahrhunderten mühsam erdacht und erkämpft und ist eine Grundlage unseres modernen, demokratischen Staates.
  2. Es bleibt daher natürlich auch jedem Menschen unbenommen, einer geäußerten Meinung seine eigene entgegen zu setzen – auch mit Demonstrationen – sofern dies im rechtsstaatlichen Rahmen und ohne Gewalt bzw. der Drohung mit Gewalt geschieht.
  3. Deshalb verurteilen wir entschieden die derzeit zu beobachtenden gewaltsamen Ausschreitungen in moslemischen Ländern.
  4. Eine Entschuldigung der dänischen oder sonst einer europäischen Regierung, in deren Land die Karikaturen veröffentlicht wurden, würden wir als grundfalsch ansehen. Es wäre ein Zurückweichen der Freiheit gegenüber der Diktatur der Gewalt. Im Gegenteil: Die Vertreter der europäischen Regierungen sollten wesentlich deutlicher und überzeugender den Standpunkt der Freiheit herausstellen.
  5. Dies ist auch deshalb nötig, weil auch hierzulande, der Veröffentlichung einer Umfrage zufolge, ca. zwei Drittel der Bevölkerung meinen, religiöse Themen könnten nicht Gegenstand von Karikaturen sein. Selbst eine sehr harmlose Karikatur über die Päpste in der „Augsburger Allgemeinen“ habe vor knapp zwanzig Jahren dem Karikaturisten und dann selbst dem Bischof, als er den Karikaturisten verteidigte, schwere Vorwürfe eingebracht.
  6. Selbstverständlich sollte jede Art der Meinungsäußerung reiflich überlegt, sorgfältig recherchiert und mit Fingerspitzengefühl  vorgetragen sein. Es muss aber klar sein, dass alle Veröffentlichungen erlaubt sind, so lange sie nicht dem Geist und dem Buchstaben des Grundgesetzes widersprechen.

 „Säkulare Humanisten“ Neuburg, „Bund für Geistesfreiheit“ Neuburg-Ingolstadt

Neuburg, 11. Februar 2006