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E r k l ä r u n g
der „Säkularen Humanisten“ Neuburg und des „Bundes für
Geistesfreiheit“ bfg
Neuburg – Ingolstadt
Anlässlich
der Reaktionen in Deutschland, Europa und weltweit auf Karikaturen in
zunächst dänischen Zeitungen, den Islam betreffend, erklären wir:
- Das
Recht auf die freie Äußerung der eigenen Meinung zu
gesellschaftlichen, politischen und religiösen bzw.
weltanschaulichen Tatsachen und Ereignissen und deren Verbreitung in
alle Medien ist für uns unantastbar, weil niemand unfehlbar ist.
Dieses Recht wurde in den vergangenen Jahrhunderten mühsam erdacht
und erkämpft und ist eine Grundlage unseres modernen,
demokratischen Staates.
- Es
bleibt daher natürlich auch jedem Menschen unbenommen, einer geäußerten
Meinung seine eigene entgegen zu setzen – auch mit Demonstrationen
– sofern dies im rechtsstaatlichen Rahmen und ohne Gewalt bzw. der
Drohung mit Gewalt geschieht.
- Deshalb
verurteilen wir entschieden die derzeit zu beobachtenden gewaltsamen
Ausschreitungen in moslemischen Ländern.
- Eine
Entschuldigung der dänischen oder sonst einer europäischen
Regierung, in deren Land die Karikaturen veröffentlicht wurden, würden
wir als grundfalsch ansehen. Es wäre ein Zurückweichen der
Freiheit gegenüber der Diktatur der Gewalt. Im Gegenteil: Die
Vertreter der europäischen Regierungen sollten wesentlich
deutlicher und überzeugender den Standpunkt der Freiheit
herausstellen.
- Dies
ist auch deshalb nötig, weil auch hierzulande, der Veröffentlichung
einer Umfrage zufolge, ca. zwei Drittel der Bevölkerung meinen,
religiöse Themen könnten nicht Gegenstand von Karikaturen sein.
Selbst eine sehr harmlose Karikatur über die Päpste in der
„Augsburger Allgemeinen“ habe vor knapp zwanzig Jahren dem
Karikaturisten und dann selbst dem Bischof, als er den
Karikaturisten verteidigte, schwere Vorwürfe eingebracht.
- Selbstverständlich
sollte jede Art der Meinungsäußerung reiflich überlegt, sorgfältig
recherchiert und mit Fingerspitzengefühl
vorgetragen sein. Es muss aber klar sein, dass alle Veröffentlichungen
erlaubt sind, so lange sie nicht dem Geist und dem Buchstaben des
Grundgesetzes widersprechen.
„Säkulare
Humanisten“ Neuburg, „Bund für Geistesfreiheit“
Neuburg-Ingolstadt
Neuburg, 11. Februar
2006
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