Pressemitteilung Stuttgart, den 22. 11. 2007 Landtagsanhörung zur Neuwahl des Rundfunkrates des Südwestrundfunks: Die Humanisten Württemberg fordern eigenen Sitz im Rundfunkrat Erster Punkt auf der Tagesordnung der heutigen Sitzung des Ständigen Ausschusses des Landtags von Baden-Württemberg war die Auswahlentscheidung zur Konstituierung des 3. Rundfunkrates des Südwestrundfunks. Als Kandidatin war hierzu auch die Vorstandssprecherin unseres Verbandes, Frau Dr. Gabriele Will, geladen und bekam Gelegenheit, sich sowie unsere Organisation, deren Hintergründe und Ziele, den Abgeordneten kurz vorzustellen. Gewählt wurde allerdings – wie es nicht anders zu erwarten war – der von der Evangelisch-methodistischen Kirche vorgeschlagene Kandidat. Gleichwohl nutzte Frau Dr. Will die Gelegenheit, den Abgeordneten darzulegen, dass ca. 1/3 der Bevölkerung heute konfessionsfrei ist und wies auf das Defizit hin, dass diese gesellschaftlich relevante Gruppe der Menschen, die nicht an einen persönlichen Gott glauben, also Humanisten, Atheisten, Agnostiker oder Freireligiöse, im Rundfunkrat bisher nicht repräsentiert wird. Frau Will bat die Abgeordneten, bei ihrer Auswahlentscheidung „der Pluralität der Weltanschauungen in unserer Gesellschaft Rechnung zu tragen … und auch den Humanisten und Konfessionsfreien eine gebührende Repräsentanz in dem die öffentlich-rechtlichen Medien kontrollierenden Gremium, in denen die Kirchen schon überproportional vertreten sind, einzuräumen“. Zum Hintergrund: Als Körperschaft des öffentlichen Rechts haben Die Humanisten Württemberg die Möglichkeit, einen Kandidaten zur Wahl des Rundfunkrates zu benennen, dies aber nur innerhalb der Gruppe der „Freikirchen und sonstigen anerkannten Religionsgemeinschaften“, die sich hierzu auf eine(n) Vertreter(in) zu einigen haben. Bei der gegebenen Zusammensetzung dieser Gruppierung – bis auf Die Humanisten Württemberg und die Freireligiöse Landesgemeinde Baden alles Freikirchen oder christliche Gemeinschaften – lief diese Einigung in der Vergangenheit – wie auch heute wieder – darauf hinaus, dass der Kandidat der Freikirchen zum Vertreter in den Rundfunkrat berufen wurde. Hierzu der Geschäftsführer des Verbandes Die Humanisten Württemberg, Andreas Henschel: „Die bisherige Regelung, die der Ständige Ausschuss mit seinem heutigen Votum wieder bestätigte, dass ein Vertreter der bekannterweise besonders frommen Freikirchen unseren humanistischen Verband im Rundfunkrat vertritt, ist grotesk. Und wir erwarten auch von einem Christen oder Pfarrer nicht, dass er gegen seine Grundüberzeugung unseren humanistischen, atheistischen bzw. freidenkerischen Positionen im Rundfunkrat Gehör verschafft. Vielmehr erwarten wir von unseren Abgeordneten, dass sie die vorhandene weltanschauliche Pluralität in unserem Land anerkennen, und in Zukunft auch den Humanisten ein eigener Sitz im Rundfunkrat zugestanden wird“. Mehr Informationen zu dem Verband Die Humanisten Württemberg unter www.dhuw.de V.i.S.d.P.: Andreas Henschel, Geschäftsführer, Die Humanisten Württemberg, K.d.ö.R. Freireligiöse Landesgemeinde, Mörikestr. 14, 70178 Stuttgart, Tel.: 0711 / 6493780, Fax.: 0711 / 6493886 |