Pressemitteilung

 

Hannover, 16. Mai 2007

 

CDU eröffnet „Geisterdebatte“ um Schulkreuze

Freie Humanisten: „Hände weg von der neutralen Schule!“

 

Ulf Thiele, der niedersächsische CDU-Generalsekretär, hat ohne Not eine Debatte eröffnet, die nur als „Geisterdebatte“ bezeichnet werden kann. Bereits vor über zehn Jahren hat das Bundesverfassungsgericht letztinstanzlich Klarheit geschaffen: In Schulklassen mit Kindern unterschiedlicher Religions- und Weltanschauungszugehörigkeit haben Kruzifixe nichts zu suchen. Im heutigen Deutschland gehören inzwischen die meisten Schulklassen dazu –  in Niedersachsen fast ausnahmslos. Wozu also über etwas diskutieren, das der Vergangenheit angehört?

 

Wenn der durch die Bundes-CDU inspirierte Thiele mit seiner Äußerung„ "christliche Symbole sollten in öffentlichen Räumen stärker präsent sein“  auch Räume außerhalb der Schulen gemeint hat, gilt ähnliches.

 

Dazu Prof. Dr. Hero Janßen, Präsident der FREIEN HUMANISTEN:

„Unser Staat ist ein Staat für alle Bürger. Daran ändert sich auch nichts, wenn eine christliche Partei, wie die CDU, an der Regierung beteiligt ist. In einer Zeit, in der wir uns auf allen Ebenen bemühen, Menschen aus anderen Kulturkreisen in unsere Gesellschaft zu integrieren, ist es einfach töricht,  auf eine Ausgrenzungspolitik zu setzen. Diese mittels Kruzifixen zu führen, verschließt völlig die Augen vor den Auswirkungen. Wo bleibt der Respekt vor unseren Mitmenschen mit einem anderen Glauben oder einer anderen Weltanschauung?“

 

Jürgen Gerdes, Landessprecher der FREIEN HUMANISTEN, hebt folgenden Gesichtspunkt hervor:

„Eine Politik, die auf der einen Seite gegen Kopftücher und Minarette auf deutschen Moscheen eintritt und gleichzeitig mehr Kreuze im öffentlichen Raum fordert, kommt mir verlogen vor. Sie will kein gleiches Recht für alle, sondern Vorrechte für das Christentum. Religiöse Symbole haben in einem modernen Staatswesen nirgends etwas zu suchen, wo staatliches Handeln sichtbar ist!“

 

Die FREIEN HUMANISTEN warnen davor, auch in Deutschland Methoden des religiösen Fundamentalismus einzusetzen. Religiöse Symbole im Staatsapparat gehören eindeutig dazu. Sie appellieren an Instinkte, statt an verantwortliches Handeln. Die grundlegenden Werte unseres Gemeinwesens lassen sich viel besser ohne Kreuze vermitteln. Schließlich werden sie auch von den Menschen getragen, die ihr Leben seit Generationen ohne Religion und ohne Kreuze verantwortungsbewusst gestalten.

 

 

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V.i.s.d.P. Jürgen Gerdes