Pressemitteilung des bfg Augsburg vom 30.9.2005 Bund für Geistesfreiheit gegen militärische Präsenz bei Bischofseinführung
Der Bund für Geistesfreiheit Augsburg protestiert gegen die Anwesenheit von Truppenteilen bei der Einführung eines katholischen Amtsträgers in eine neue innerkirchliche Funktion. Zwar ist Herr Mixa nebenamtlich auch Militärbischof und unterstützt die Auslandseinsätze der Bundeswehr nach Kräften - auch da, wo diese keineswegs der Verteidigung Deutschlands dienen. Die Einführung in das Amt der Bischofs der Diözese Augsburg hat mit der Bundeswehr jedoch nicht das geringste zu tun. Daher verstößt die Einbeziehung von Militär in diesen rein innerkatholischen Vorgang auch gegen die grundgesetzlich gebotene Trennung von Staat und Kirche. Überdies ist eine solche demonstrative militärische Präsenz eine Schande für die (angebliche) Friedensstadt Augsburg.
Dieser Vorwurf richtet sich wohlgemerkt an den Staat, weniger an die Kirche. Selbstverständlich ist es im Rahmen der Religionsfreiheit das gute Recht des Papstes, einen Chef für die schwäbischen Katholiken zu ernennen, der seinen Vorstellungen konsequenter entspricht als so mancher liberale Oberhirte. Jeder weiß, dass die Kirchen, speziell die katholische, weit von demokratischen Strukturen entfernt sind. Daher ist es nur konsequent, einen Bischof zu ernennen, der diesem autokratischen Führungsstil auch bisher in Eichstätt gerecht geworden ist.
Den Politikern unserer Region sollte aber bewusst sein, dass nahezu die Hälfte der Bevölkerung nicht katholisch ist und auch innerhalb der Katholiken viele nur aus Gewohnheit, nicht aber aus innerer Überzeugung der katholischen Kirche (noch) angehören.
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