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Glaube und Religion - privat ausgelegt „Säkulare Humanisten“ diskutierten über Stammtischweisheiten Obwohl die Zahl der eingetragenen Christen zurückgeht, halten doch viele Menschen am Glauben an „irgend ein höheres Wesen“ fest. Begründet wird dies häufig mit kuriosen Behauptungen. Drei dieser Meinungen untersuchte der Gesprächskreis der „Säkularen Humanisten“ während seiner letzten Zusammenkunft. Dass alle Religionen sowieso dasselbe meinen, ist eine häufig gehörte Auffassung. Damit soll wohl gesagt werden, dass sie im Kern identisch seien, nur weiß niemand, worin dieser Kern besteht. Diese Auffassung ist grundfalsch, wie der Gesprächskreis feststellte, weil der Gottesglaube - an sich eine junge Einrichtung in der Menschheitsgeschichte - in den verschiedenen Religionen sehr unterschiedlich aufgefasst werde. So gebe es z. B. Anhänger monotheistischer Religionen (Juden, Christen, Moslems). Sie glauben an einen allmächtigen Gott, während z. B. die Hindus an mehrere Götter glauben. Schließlich gebe es Religionen wie den Buddhismus, die ganz ohne Gott auskämen. Weiterhin gebe es Natur- und Ahnenglauben und viele Mischformen. Die Weltreligionen wiederum seien in sich gespalten. Das Christentum etwa zerteile sich in ca. 250 verschiedene Glaubensformen. Und so gebe es viele weitere wesentliche Unterschiede zwischen tausenden Religionsvarianten. Auch sei nicht erfindlich, warum Religionsanhänger sogar fanatische Kriege gegeneinander führten, wenn doch eh alle das Gleiche meinten. Die Brutalität im Alten Testament berührt wohl einige Christen peinlich und so lassen sie nur das Neue Testament gelten, stellten Gesprächsteilnehmer eine weitere Behauptung fest. Dies sei aber eine falsche Rechnung. Die so genannte „Heilige Schrift“ bestehe aus beiden Werken und gelte nach christlicher Lehre als Ganzes. Außerdem enthalte das Neue Testament genau so grausame Stellen, sei auch frauen- und judenfeindlich und toleriere sogar die Sklaverei. Prof. Dr. Vallabh Patel zitierte diesbezüglich verschiedene Bibelstellen und verwies auf das Buch von Franz Buggle: „Denn sie wissen nicht, was sie glauben.“ Völlig unbrauchbar sei die Behauptung mancher Leute, ihr Glaube beruhe auf persönlicher Gotteserfahrung, die man nicht erklären könne. Damit könne, so Dr. Anton Wohlfart, jeder alles behaupten ohne es beweisen zu müssen. So genannte „Gotteserfahrungen“ seien auch vom Kulturkreis abhängig. Einem Christen erscheine die Madonna, ein Moslem aber erfahre Allah, ein Hindu wiederum den Gott Krishna oder Rama. Da aber jede Religion die Wahrheit für sich alleine beanspruche, kann nicht alles eine „Gotteserfahrung“ sein. Viele sogenannte „Gotteserfahrungen“ sind auch wissenschaftlich erklärbar - als intensive Träume oder als Haluzinationen unter extremen Bedingungen. Viele weitere derartige Widersprüche wurden noch im Laufe des Nachmittags festgestellt, den zum Ausklang Vallabh Patel wieder mit einer Dia-Schau seiner Fotomalerei abschloss. Nächster Gesprächstermin in der BSV-Sportgaststätte in Neuburg ist der Samstag, 11. Februar 2006 um 15 Uhr.
Rainer Hamp |