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Kirchen erhalten zu viel staatliche Subventionen
„Säkulare Humanisten“ diskutierten Referat von Gerhard Rampp
Die Kirchen in Deutschland erhalten nicht nur
Kirchensteuer, sie werden auch sonst vielfältig durch die öffentliche
Hand finanziert. Zum Thema: “Subvention der Kirche und der kirchlichen
Institutionen“ hielt Gerhard Rampp, Vorsitzender des Bundes für
Geistesfreiheit (BfG) in Augsburg ein Referat im Rahmen des
Gesprächskreises der „Säkularen Humanisten“ in Neuburg.
„Höhere Mehrwertsteuern, Halbierung des
Weihnachtsgeldes für Beamte, das sind Zeichen einer öffentlichen
Finanzkrise - da dürfen auch die Kirchen nicht ausgenommen werden“, so
Gerhard Rampp in seinem Vortrag über die Finanzierung der christlichen
Kirchen und ihrer Organisationen. Die Kirchensteuer erbringe für die
großen christlichen Kirchen etwa acht Milliarden Euro jährlich. Den
Staat kostet sie weitere 3,5 Mrd., weil sie von der Gesamtsteuer absetzbar
ist. Begründet wird sie damit, dass die Kirchen hohe Sozialausgaben
hätten. Doch gebe sie nach Gerhard Rampp weniger als zehn Prozent ihrer
Einnahmen dafür aus. Doch nicht die Kirchensteuer ist das eigentliche
Problem. Der Staat gebe darüber hinaus den Kirchen etwa zehnmal so viel
an Steuergeldern - also auch von Konfessionslosen und Andersgläubigen. So
finanzieren sich z. B. Caritas und Diakonie überwiegend aus
Staatszuschüssen. Wird ein kirchlicher Kindergarten gebaut, so finanziere
dies der kirchliche Träger nur zu einem Drittel; Grundstück und Gebäude
gehörten danach aber der Kirche allein. Der Religionsunterricht koste den
Staat weitere drei Milliarden Euro ohne dass er ein Mitspracherecht
hätte. Weitere 500 Millionen zahlt allein Bayern für die Ausbildung von
Theologen, wobei hier krasse Geldverschwendung zu beobachten sei, so
Gerhard Rampp. Auf 110 Lehrstühle kämen gerade mal 700 Studenten.
Dieses Finanzgebaren zeige, so Teilnehmer der
anschließenden Diskussion, dass in Deutschland die Kirchen zwar frei vom
Staat, der Staat aber nicht frei von der Kirche sei. Gerhard Rampp trat
für eine grundsätzliche Trennung von Staat und Kirche ein. Dass dies
funktioniere, zeige Italien. Die dortige katholische Kirche habe übrigens
genau so viele Mitglieder wie die deutsche katholische Kirche - aber nur
ein Zehntel der Einnahmen !Der nächste Gesprächskreis findet am Samstag,3.
Dezember um 15 Uhr in der BSV-Gaststätte in Neuburg statt. Alle, die
sich einen freien Geist bewahrten, sind herzlich eingeladen.
Rainer Hamp, 86633 Neuburg, Rainerhamp(at)aol.com |