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Religionsfreie
Zone München vom 9.-
16.09.2006 auf dem Marienplatz, im Gasteig, in Kinos und dem Wirtshaus im Isartal
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1.) Eklat beim Auftakt der bfg-Veranstaltung
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2.) Religionsfreie Zone im Gasteig
Die mit überraschender Presse-Resonanz angekündigte "Papst gsehng?"
- Religionsfreie Zone München hat am 10.09.06 um 16h00 im Kulturzentrum
GASTEIG ihre Pforten geöffnet.
Dort gab es abends Vorträge, Kabarett und Musik. Der Philosoph Dr. Michael Schmidt-Salomon verteidigte die Satire als Mittel der Religionskritik und fand, dass manche religiöse Aussagen an sich bereits Realsatire sind.
Michael
Schmidt-Salomon im Gasteig
Für die Musik waren Tiger Willi sowie Hanns Christian Müller & Band zuständig. Tiger Willy, der bayrischen Blues und Rock singende Sozialpädagoge, brachte unter dem Motto „Pfui Deifi, is des Leben schee“ Lieder zwischen Elvis und Schopenhauer. Sie handeln von Lust und Leid, von Geschundenen und Betrogenen, über Liebe und Gewalt.
Tiger-Willy
Hanns Christian Müllers Auftritt mit seiner Band war die Premiere für diese Formation! Bisher wurde Müller hauptsächlich bekannt als Texter für Biermösl Blosn, die Toten Hosen, Gerhard Polt oder die Wellküren.
Sigi Zimmerschied |
.... mit Assunta Tammelleo, Vorsitzende des bfg München |
Der Kabarettist Sigi Zimmerschied stellte sich in seinem Programm „Spottlibet“ das Zusammentreffen von Minister Beckstein und Papst Benedikt XVI so vor: Beckstein: „In Bayern hat das organisierte Verbrechen keine Chance!“ Da erschrickst’e doch als Chef des Vatikan. (Siehe auch sein Interview in der SZ)
Neben dem Saal „Black Box“, in dem diese Darbietungen stattfanden,
hatte der bfg ein Pressezentrum errichtet. Dort gab es Bücher- und Info-Tischen, eine kleine Karikaturen-Sammlung
auf Stellwänden, in der u.a. auch Zeichnungen von Janosch zu sehen waren.
Viele ahnungslose Mütter wissen vermutlich gar nicht, dass er ein "gstandner"
Atheist ist (Dafür wissen manche atheistischen Eltern noch nicht, dass
die Ethik-Lehrbücher ihrer Kinder oft von Theologen geschrieben werden.)
Highlight im Pressezentrum war eine Präsentation über den Bund für
Geistesfreiheit sowie mitwirkenden, befreundeten Verbänden wie die
Freidenker oder die Humanistische Union. Diese animierten
Selbstdarstellungen wurden- groß an die Wand projiziert und liefen.
Pressezentrum des bfg ..... |
...im Gasteig München |
Janosch - "gstandner" Atheist |
Besucher kamen sogar aus Schweinfurt |
3.) Abschluss-Party und Nachlese
Abschluss des unchristlichen Treibens bildete am 16.09.06 in der
Kleinkunstbühne "Wirtshaus im Isartal" die "Heidenspaß-Party"
unter dem Motto 'Heidenspaß statt Höllenqual', das zum Weltjugendtag in
Köln 2005 von der Giordano-Bruno-Stiftung eingeführt wurde. Es spielten
"Wuide Wachl" und "HEILIG", "scheinheiliger"
Rock vom Feinsten, ein echter Ohrenschmaus! Insbesondere Letztere machen
himmlischen Rock mit bodenständigen österreichischen Texten! Tipp: am
31.10.06 tritt "HEILIG" im Schlachthof München auf, alle
hinkommen und hören!
Leicht amüsiert betrachtet die Organisatorin der "Papst
gsehng?" - Religionsfreie Zone München, Assunta Tammelleo vom Bund für
Geistesfreiheit München, das Vorgehen des parteifreien Münchner
Stadtrates Norbert Feil. Der findet es nicht tragbar, dass die 100%ige
Tochter der Stadt München (welche das GASTEIG ist) den Raum bietet für
derart unchristliches Treiben. Mit schriftlicher Anfrage an die Stadt München
möchte er in Erfahrung bringen, wie es dazu kommen konnte, wie es
insbesondere parallel zur Messe des Papstes am 10.09. dazu kommen konnte
und ob womöglich die Stadt sich hier finanziell beteiligen würde! Obwohl
der bfg München den Verwaltungsweg zur Auskunfterteilung abkürzen könnte,
überlässt er es der Stadt München, die passende Auskunft von Amts wegen
zu geben!
Der bfg München verzeichnet positive Resonanz durch Neumitglieder
und steigende Interessenten-Zahl. Positive Resonanz lässt sich auch
verzeichnen für den bayerischen Rockmusiker und Kabarettisten Georg
Ringsgwandl (Träger des bayerischen Kabarettpreises 2006 in der Sparte
Musik). Sein Lied "Papst gsehng" (aus Anlass des letzten
Besuches des vorherigen Papstes in München) produziert, wurde mit seiner
ausdrücklichen Genehmigung vom bfg München als Veranstaltungsmotto
eingesetzt. Diese Tatsache brachte das Lied durch verstärkten
Werbe-Einsatz von Blanko-Musik wieder ins Bewusstsein vieler Zuhörer/innen
und außerdem Autor Ringsgwandl in Form eines großen Interviews rund ums
Thema Lied und Papst in die Süddeutsche Zeitung. Auch der von der Presse
wegen seiner über weite Strecken kirchen- und religions-kritischen Kabarett-Programme
viel geschmähte Sigi Zimmerschied wurde im Vorfeld mit als "Mitglied
der Religionsfreien Zone" mit einem ausführlichen Interview in der Süddeutschen
Zeitung bedacht. Das auf der "Papst gsehng?" - Religionsfreie
Zone München 2006 aufgeführte Programm "Spottlibet" läuft
aktuell im Fraunhofer-Theater in München - Hingehen!
Der
Aktionskünstler Wolfram P.Kastner, der mit der vom bfg München unterstützten
und finanzierten Aktion "Papa-Spaziergang" (siehe
oben!) am 6.9.
durch Polizeigewalt an der Durchführung gehindert wurde, hat am 14.9.
eine Anzeige wegen "Durchführung einer nicht angemeldeten
Versammlung", wegen "Verdacht der Beleidigung eines ausländischen
Staatsoberhauptes" und wegen "Missbrauch von Zeichen"
erhalten. Weiterhin in Konflikt mit Justitia ist der vom bfg München
gesandte Verteiler des "Konkordat-Flugblattes", der zunächst
vor Ort in Handschellen zu Boden ging und am Verteilen gehindert wurde.
Auch er hat bereits eine Anzeige erhalten. Der bfg München unterstützt
Wolfram P.Kastner und unseren Flugblatt-Verteiler bei der
juristischen Auseinandersetzung.
Auch Petra Perle, stadtbekannte Kabarettistin und quirlige
"Chefin" des berühmten Turmstüberl im "Valentin-Musäum"
hat Ärger bekommen. Als Nonne verkleidet und mit Demo-Schildern auf einer
Rikscha unterwegs wurde auch sie kurzfristig durch Polizei betreut.
Dietmar Holzapfel, Besitzer der "Deutsche Eiche", mußte seinen
CSD-Motto-Wagen mit Papst-Persiflage aus dem Verkehr ziehen und geht
ebenfalls juristisch dagegen vor. Landtagsmitglied Adelheid Rupp hat
sowohl in einer Presserklärung als auch in einer ausführlichen Grußadresse
an die Veranstalter der "Papst gsehng?" - Religionsfreie Zone München
bekundet, daß sie die offizielle SPD-Linie in Sachen Papstbesuch nicht
teilt. Dies hat zu einem kleinen Skandal geführt, der über Franz Maget
(bayerischer SPD-Landeschef und Initiator von "Kirche und SPD")
und Christian Ude (Oberbürgermeister der Stadt München) einen Streit über
den SPD-Standpunkt ausgelöst hat.
Der bfg München hat bzw. wird mit allen Menschen, die sich in
diesem Zusammenhang engagiert haben, Kontakt aufnehmen und Unterstützung
bei den juristischen Konsequenzen anbieten! Selber haben wir auch noch Ärger.
Am 15.09. wird uns die Klage der Kripo München zugestellt wegen Verstoß
gegen das Pressegesetz ("V.i.S.d.P." wurde auf einem der
zahlreichen, in ehrenamtlicher Arbeit erstellten Dokumente vergessen).
Bilanz: für uns "Gottlose"
war die Presse-Resonanz höchst erfreulich, gemessen an unseren
sonstigen Möglichkeiten, in der Presse erwähnt zu werden. In
Zusammenhang mit unseren Aktivitäten anlässlich des Papst-Besuches sind
wir von einigen wenigen Journalisten tatsächlich entdeckt worden,
und es gab Berichte über uns und unsere Aktionen zu lesen, zu sehen
und zu hören. Insgesamt betrachtet ernüchternd ist und bleibt die
Tatsache, dass ausgerechnet beim Besuch Ratzingers sich die große
Mehrzahl der Journalisten der Hof-Berichterstattung hingegeben haben. Es
erscheint der Organisatorin der "Papst gsehng?" - Religionsfreie
Zone München 2006 fast unwirklich, dass ausgerechnet Ratzinger, Sinnbild
für tiefst rückständige, undemokratische und doch gar nicht zeitgemäße
Positionen, es geschafft hat, kaum eine Kritik aufkommen zu lassen bei
seinem Besuch in Bayern im 21.Jahrhundert! Wo immer er zwischen 1980 und
1990 aufgetreten ist im Süden der Republik, sind Tausende von Menschen
gekommen, um gegen ihn zu protestieren, überwiegend Katholiken sogar!
Vermutlich gilt gerade auch für die Berichterstatter, "Denn
sie wissen nicht, was sie glauben" (Franz Buggle).
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