Die deutsche Gewerkschaft ortet Billiglöhne beim Arbeitgeber Kirche und droht mit Streik. Die Diakonien sperren sich gegen Tarifverträge. In Deutschland hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di zu Streiks gegen den Arbeitgeber Kirche aufgerufen. Als Anlass sieht die Arbeitnehmervertretung die Weigerung der Diakonien, einen Tarifvertrag für ihre Beschäftigten zu akzeptieren. Die Bezahlung der Angestellten erfolge auf eklatant niedrigem Niveau. In verschiedenen diakonischen Pflegeheimen seien zudem weitere Lohnsenkungen von bis zu 13 Prozent vorgesehen, die vonseiten der Beschäftigten nicht hingenommen werden sollten. Bereits im Mai hatten 250 Beschäftigte aus verschiedenen diakonischen Einrichtungen in drei Bundesländern die Arbeit niedergelegt. Für die Zeit vom 22. bis zum 25. September 2009 sind nun erneut Streiks vorgesehen. Nach Ansicht der diakonischen Arbeitgeber seien Tarifverträge und Streiks in ihrem Bereich unzulässig. Sonderstatus der Kirche problematisch "Aus Sicht der Kirche ist die tarifrechtliche Situation geklärt, aus Sicht der Gewerkschaften hingegen nicht", meint ver.di-Sprecher Jan Jurczyk. Dabei gehe es um eine grundsätzliche Debatte, die auf den Eigenheiten des deutschen Tarifrechts basiert. "Kirchen und Caritas genießen einen tarifrechtlichen Sonderstatus, auch genannt 'Der Dritte Weg'", erklärt Jurczyk. Demzufolge dürfen Gewerkschaften zwar Mitglieder in den Reihen der Beschäftigten haben. In Hinblick auf Streiks und Tarifverträge bewege man sich jedoch in einer rechtlichen Grauzone, die der Kirchen-Sonderstatus schafft. "Vereinbarungen über die Entlohnung und die Arbeitsverhältnisse werden bislang in arbeitsrechtlichen Kommissionen getroffen. Dabei sitzen jedoch keine Gewerkschaften am Tisch", betont Jurczyk. » Weiterlesen im Originalartikel... (Quelle: kurier.at, 15. Juli 2009 Nr. 7434) |
Content received from: bfg Bayern, http://www.bfg-bayern.de/dragonfly/Pro_News/aid=9.html