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Ethische Grundsätze und Moral auch ohne Gottesbezug

Die Freireligiöse Gemeinde Wiesbaden K.d.ö.R. und die
Freireligiöse Landesgemeinschaft Hessen K.d.ö.R. begrüßen, dass in Form
eines Streitgespräches die unterschiedlichen Standpunkte zur Evolution und
Menschwerdung deutlich gemacht wurden und unterstützen diesbezüglich den
vom Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten e.V. bezogenen
Standpunkt, dass sich jede Form eines religiös begründeten und
personifizierten Gottesbezuges erübrigt.
Wir stellen in diesem Zusammenhang fest:
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Ähnlichen Tendenzen wie in
den USA ist entschieden zu begegnen, wenn von Seiten religiöser Eiferer
mit zweifelhaften Mitteln, aber mit wachsendem Erfolg versucht wird, die
Evolutionslehre Darwins in Zweifel zu ziehen und aus den Schulen zu
verbannen, andererseits aber den Vorrang des biblischen Schöpfungsmythos
festzuschreiben.
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Der
Versuch, Wissenschaft und Vernunft mit den Grundsätzen des christelichen
Glaubens in Einklang zu bringen, bleibt Augenwischerei.
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Es besteht
keine zwingende Notwendigkeit „glauben zu müssen“, schon gar nicht an
eine im christlichen Sinne definierte Gottheit.
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Gegenüber
einem unreflektierten Glauben kommt der Forderung Kants unvermindert
Gültigkeit zu, den Mut zu haben, sich seines eigenen Verstandes zu
bedienen.
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Jede Religion, die für sich in Anspruch nimmt, die
allein „selig machende“ Wahrheit zu besitzen, birgt in sich den Keim der
Intoleranz.
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Der in der
Bibel glauben gemachte „geradlinige“ und auf den Mensch als sog. Krone
der Schöpfung bezogene Schaffungsprozess widerspricht wissenschaftlicher
Erkenntnis und hat in 2000 Jahren in seiner unverhohlenen
„Absolutsetzung“ des Menschen in vielfacher Hinsicht kontraproduktiv für
unsere Umwelt und alle Wesen der belebten Natur gewirkt.
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Ethische Grundsätze und Moral
bedürfen keiner sogenannten Heiligen Schrift und keines Glaubens. Sie
ergeben sich aus den Anforderungen menschlichen Zusammenlebens wie sie
schon in der antiken Philosophie sowie im Zeitalter des Humanismus und
der Aufklärung formuliert wurden und zwar ohne jeden Gottesbezug.
Dr. Holger Behr
Vorsteher der Freireligiösen
Gemeinde Wiesbaden
Dieter Bender
Präsident der Freireligiösen
Landesgemeinschaft Hessen

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